Dieser Artikel ist fachlich noch nicht freigegeben. Die Angaben beruhen auf den unten aufgeführten Quellen.
PSSM beim Pferd: Fütterung bei PSSM1 und PSSM2 einordnen
Was PSSM1 von PSSM2 unterscheidet, welche Tests eine Diagnose tragen, welche Fütterungsprinzipien belegt sind und warum Vitamin E und Selen nur bedarfsgerecht in die Ration gehören.

Die kurze Antwort
PSSM ist eine Muskelerkrankung mit gestörter Glykogenspeicherung. PSSM1 lässt sich per GYS1-Gentest nachweisen, PSSM2 nur über eine Muskelbiopsie 1. Die Fachliteratur empfiehlt Raufutter als Basis, wenig Stärke, Energie aus Fett statt Getreide und täglich allmählich gesteigerte Bewegung 2. Diagnose und Fütterungsplan gehören in tierärztliche Begleitung.
Was ist PSSM – und was unterscheidet PSSM1 von PSSM2?
PSSM steht für Polysaccharid-Speicher-Myopathie. Sie gehört zu den Belastungsmyopathien, bei denen Muskeln bei oder nach Arbeit ermüden, schmerzen oder verkrampfen. Nach Muskelbiopsien und Gentests unterscheidet die Fachliteratur unter anderem PSSM Typ 1 und Typ 2 2.
PSSM1 wird durch eine dominant vererbte Mutation im Gen GYS1 verursacht und kommt in mehr als 20 Rassen vor 1. In einer großen Auswertung trugen nach den strengeren Biopsiekriterien 87 % der PSSM-Kaltblüter diese Mutation, bei Quarter-Horse-verwandten Rassen 72 %, bei Warmblütern 18 % 3. Die Ursache von PSSM2 ist unbekannt. Viele frühere PSSM2-Fälle bei Arabern und Warmblütern gelten heute als myofibrilläre Myopathie (MFM), eine eigenständige Muskelerkrankung 24.
| Merkmal | PSSM1 | PSSM2 |
|---|---|---|
| Ursache | Dominant vererbte GYS1-Mutation 2 | Unbekannt 1 |
| Nachweis | Gentest aus Blut oder Haaren 2 | Muskelbiopsie bei negativem GYS1-Test 2 |
| Häufig bei | Kaltblütern und Quarter-Horse-verwandten Rassen 3 | Leichten Rassen wie Warmblütern, Arabern und einigen Quarter Horses 2 |
| Fütterungsevidenz | Gutes Ansprechen auf stärkearme, fettreiche Ration plus Bewegung beschrieben 1 | Besserung berichtet, aber unvollständig 5 |
PSSM1 und PSSM2 im Vergleich – vereinfacht nach den geprüften Quellen.
Wie wird PSSM festgestellt – und was taugen Gentests?
PSSM1 lässt sich per Gentest aus Blut oder Haaren nachweisen. PSSM2 wird über eine Muskelbiopsie diagnostiziert, wenn der GYS1-Test negativ ist und die Probe auffällige Glykogenablagerungen zeigt 2.
Für PSSM2 werden kommerziell Gentests auf Varianten wie P2, P3 und P4 angeboten 6. Unabhängige Studien fanden bei Warmblütern und Arabern keinen Zusammenhang dieser Varianten mit einer per Biopsie gesicherten PSSM2 oder MFM; die Autoren raten davon ab, die Tests für Zucht, Ankaufsuntersuchung oder Diagnose zu nutzen 6. Bei Quarter Horses hätten die Tests 57 % der gesunden Pferde fälschlich als betroffen eingestuft und 40 % der Pferde mit PSSM2 übersehen 7.
Welche Fütterungsprinzipien sind belegt?
Für PSSM1 und die PSSM2-Form bei Quarter Horses beschreibt die Übersichtsarbeit ein gutes Ansprechen auf eine Ration mit wenig Nichtstrukturkohlenhydraten und viel Fett, kombiniert mit regelmäßiger Bewegung 1. Die Fachübersicht nennt als Rahmen: Raufutter mit 1,5–2 % der Körpermasse, mehr als 15 % der verdaulichen Energie aus Fett und weniger als 10 % aus Stärke. Getreide wird dafür begrenzt oder durch eine Fettquelle ersetzt 2.
Die Datengrundlage dahinter ist teils klein. In einem Versuch mit vier Stuten war die Muskelenzymaktivität nach Belastung auf der stärkeärmsten, fettreichsten von vier gleich energiereichen Rationen am niedrigsten 8. Das stützt das Prinzip, liefert aber keine Dosierung für dein Pferd.
Warum zählt das Heu bei PSSM besonders?
Raufutter ist bei PSSM nicht nur Basis, sondern auch eine eigene Zuckerquelle. In einer kleinen Crossover-Studie lösten Heu mit 17 % Nichtstrukturkohlenhydraten bei PSSM-Pferden deutlich stärkere Glukose- und Insulinanstiege aus als Heu mit 4 %. Die Autoren werten diese Anstiege als möglicherweise nachteilig für PSSM-Pferde 11.
Zucker und Stärke im Heu lassen sich am Aussehen nicht erkennen. Eine Heuanalyse zeigt, womit du rechnest. Erst dann lässt sich beurteilen, ob Kraftfutter reduziert, Heu gewechselt oder Energie über Fett umverteilt werden sollte 10.
Welche Rolle spielt Bewegung?
Die Fachübersicht ist eindeutig: Eine Besserung bei PSSM erfordert sowohl die Futterumstellung als auch allmählich gesteigerte tägliche Bewegung und Auslauf 2. In einer Halterbefragung zu 40 Quarter Horses mit PSSM besserten sich alle Pferde, deren Halter beide Empfehlungen umsetzten; ohne Besserung waren sie nicht umgesetzt worden 9. Das sind Halterangaben ohne Vergleichsgruppe, aber sie passen zur fachlichen Empfehlung.
Vitamin E und Selen: bedarfsgerecht statt hochdosiert?
Vitamin E und Selen werden bei PSSM häufig diskutiert. Die Fachübersicht nennt einen Mangel an Vitamin E oder Selen als möglichen Beitrag zu sporadischen Belastungsmyopathien, nicht als Ursache von PSSM 2. Einen Beleg, dass Gaben über dem Bedarf den Verlauf bei PSSM verbessern, haben wir nicht gefunden.
Vitamin E stammt vor allem aus frischem Weidegras; Heu enthält nach längerer Lagerung nur wenig 12. Der Vitamin-E-Status lässt sich im Blut bestimmen 13. Bei Selen ist Vorsicht wichtiger als Großzügigkeit: Pferde reagieren empfindlicher auf Selenvergiftung als Rinder 14, chronischer Überschuss schädigt Mähne, Schweif und Hufe 15. Der gesetzliche Höchstgehalt von 0,5 mg Selen je kg Alleinfutter gilt für alle Quellen zusammen 16.
Was ist bei PSSM2 anders – und was bleibt unsicher?
Für PSSM2 wurden die Empfehlungen von PSSM1 übernommen, ohne dass ihr Nutzen dokumentiert war. In einer Halterbefragung zu PSSM2-Warmblütern berichteten 80 % eine Gesamtbesserung unter stärkearmer, fettergänzter Ration und Bewegung. Trotzdem entwickelten sich 53 % der Pferde nicht wie erwartet; ihr Muskelglykogen war im Mittel nicht höher als bei gesunden Warmblütern 5.
Spricht ein Pferd mit PSSM2 nicht ausreichend auf die Ration an, hält die Fachübersicht nach tierärztlicher Abklärung einen sechs- bis achtwöchigen Versuch mit einer Ration für myofibrilläre Myopathie für angezeigt. Genannt werden dafür cysteinreiche Aminosäureergänzungen auf Molkenbasis, weitere Antioxidantien und eine ausreichende Vitamin-E-Versorgung 2. Bei Warmblütern mit MFM stehen oft Schmerzverhalten und Zurückhaltung beim Einsatz der Hinterhand im Vordergrund, bei normalen Muskelenzymen 4. Welche Richtung passt, entscheidet die Tierarztpraxis anhand der Befunde.
Das kannst du mitnehmen
- PSSM1 wird per GYS1-Gentest nachgewiesen, PSSM2 nur per Muskelbiopsie; kommerzielle PSSM2-Varianten tragen keine Diagnose 16.
- Wenig Stärke, Energie aus Fett statt Getreide, Raufutter als Basis und tägliche Bewegung gehören zusammen 29.
- Vitamin E und Selen gehören bedarfsgerecht in die Gesamtration; Selen hat ein enges Sicherheitsfenster 1615.
Häufige Fragen
Was darf ein Pferd mit PSSM nicht fressen?
Pauschale Verbote nennt die Fachliteratur nicht, wohl aber einen Rahmen: Getreide begrenzen oder durch Fett ersetzen, Stärke unter 10 % der verdaulichen Energie 2. Auch Heu mit viel Zucker und Stärke löste bei PSSM-Pferden deutlich höhere Glukose- und Insulinanstiege aus als zuckerarmes Heu 11.
Wie viel Öl braucht ein Pferd mit PSSM?
Eine allgemeingültige Ölmenge gibt es nicht. Die Fachübersicht nennt als Rahmen mehr als 15 % der verdaulichen Energie aus Fett 2. Wie viel das bei deinem Pferd ist, hängt von Heu, Gewicht, Arbeit und den übrigen Futtermitteln ab und gehört in eine Rationsberechnung mit tierärztlicher Begleitung.
Ist PSSM heilbar?
PSSM1 ist erblich 1. Die Literatur beschreibt deshalb ein dauerhaftes Management aus Fütterung und Bewegung, keine Heilung. In einer Halterbefragung berichteten Halter bei allen Pferden eine Besserung, bei denen beide Empfehlungen umgesetzt wurden; eine Vergleichsgruppe fehlte 9. Bei PSSM2-Warmblütern berichteten die meisten Halter eine Besserung, viele Pferde entwickelten sich dennoch nicht wie erwartet 5.
Braucht ein PSSM-Pferd extra Selen und Vitamin E?
Einen Beleg, dass Gaben über dem Bedarf bei PSSM helfen, haben wir nicht gefunden. Die Fachübersicht nennt Vitamin-E- und Selenmangel als möglichen Beitrag zu sporadischen Belastungsmyopathien 2. Prüfe deshalb die Versorgung; Selen hat eine gesetzliche Obergrenze für die Gesamtration 16.
Quellen & Studien
Die Inhalte basieren auf den unten genannten Referenzen. Sie ersetzen keine individuelle tierärztliche oder fütterungsfachliche Beratung.
Quellenliste anzeigen (16)
- Firshman AM, Valberg SJ (2025): Polysaccharide Storage Myopathy. Veterinary Clinics of North America: Equine Practice 41(1):125–137Übersichtsarbeit, Abstract geprüft (PMID 39893126, Europe PMC): PSSM1 autosomal-dominant, mehr als 20 Rassen, Nachweis per Gentest oder Muskelbiopsie; PSSM2-ER bei Quarter Horses per Biopsie, genetische Grundlage unbekannt; beide Formen sprechen gut auf eine Ration mit wenig Nichtstrukturkohlenhydraten und viel Fett plus regelmäßige Bewegung an. Volltext nicht geprüft.
- Valberg SJ (2026): Exertional Myopathies in Horses. Merck Veterinary ManualFachübersicht, Stand Juli 2026, geprüft am 30.09.2026: PSSM1 durch dominant vererbte GYS1-Mutation, Nachweis per Gentest aus Blut oder Haaren; PSSM2 ohne GYS1-Mutation per Muskelbiopsie, viele PSSM2-Fälle bei Arabern und Warmblütern als myofibrilläre Myopathie (MFM) neu eingeordnet; Diätrahmen für PSSM: Raufutter 1,5–2 % der Körpermasse, über 15 % der verdaulichen Energie aus Fett, Stärke unter 10 % der verdaulichen Energie, Getreide begrenzen bzw. durch Fett ersetzen; zusätzlich allmählich gesteigerte tägliche Bewegung und Auslauf; bei unzureichendem Ansprechen bei PSSM2 6–8 Wochen MFM-Diät; Akutzeichen und Nierenrisiko bei Myoglobinurie. Vitamin-E-/Selenmangel nur als möglicher Beitrag zu sporadischer Belastungsmyopathie genannt.
- McCue ME, Valberg SJ, Lucio M, Mickelson JR (2008): Glycogen synthase 1 (GYS1) mutation in diverse breeds with polysaccharide storage myopathy. Journal of Veterinary Internal Medicine 22(5):1228–1233Abstract geprüft (PMID 18691366, Europe PMC): 831 per Biopsie diagnostizierte PSSM-Pferde aus 36 Rassen; GYS1-Mutation in 17 Rassen; bei Grad-2-Kriterien Anteil mit Mutation bei Kaltblütern 87 %, Quarter-Horse-verwandten Rassen 72 %, Warmblütern 18 %, anderen leichten Rassen 24 %. Anteile beziehen sich auf PSSM-Fälle, nicht auf die Gesamtpopulation.
- Valberg SJ, Williams ZJ (2025): Myofibrillar Myopathy. Veterinary Clinics of North America: Equine Practice 41(1):139–150Übersichtsarbeit, Abstract geprüft (PMID 39880730, Europe PMC): MFM, früher für eine Glykogenspeicherkrankheit gehalten, gilt heute als eigenständige Myopathie; bei Warmblütern meist schmerzassoziiertes Verhalten, Leistungsintoleranz, Zurückhaltung beim Einsatz der Hinterhand und normale Muskelenzyme; Hinweise auf verminderte cysteinbasierte Antioxidantien. Volltext nicht geprüft.
- Williams ZJ, Bertels M, Valberg SJ (2018): Muscle glycogen concentrations and response to diet and exercise regimes in Warmblood horses with type 2 Polysaccharide Storage Myopathy. PLoS ONE 13(9):e0203467Offene Studie, Abstract geprüft (PMID 30183782, Europe PMC): Nutzen der PSSM1-Empfehlungen für PSSM2 war zuvor nicht dokumentiert; retrospektive Halterbefragung, 36 PSSM2-Warmblüter mit Muskelproben; 80 % der Halter berichteten eine Gesamtbesserung unter stärkearmer, fettergänzter Ration und Bewegung, 53 % der Pferde entwickelten sich dennoch nicht wie erwartet; Glykogengehalt nicht höher als bei Kontrollen.
- Valberg SJ, Finno CJ, Henry ML, Schott M, Velez-Irizarry D, Peng S, McKenzie EC, Petersen JL (2021): Commercial genetic testing for type 2 polysaccharide storage myopathy and myofibrillar myopathy does not correspond to a histopathological diagnosis. Equine Veterinary Journal 53(4):690–700Offene Querschnittsstudie, Abstract geprüft (PMID 32896939, Europe PMC): kommerziell angebotene Varianten P2, P3a, P3b und P4 nicht peer-review-validiert; bei Warmblütern und Arabern keine signifikante Assoziation mit einer histopathologischen PSSM2-/MFM-Diagnose, Sensitivität aller Tests unter 0,33; Autoren raten von der Nutzung für Zucht, Ankaufsuntersuchung oder Diagnose ab.
- Valberg SJ, Henry ML, Herrick KL, Velez-Irizarry D, Finno CJ, Petersen JL (2023): Absence of myofibrillar myopathy in Quarter Horses with a histopathological diagnosis of type 2 polysaccharide storage myopathy and lack of association with commercial genetic tests. Equine Veterinary Journal 55(2):230–238Offene Studie, Abstract geprüft (PMID 35288976, Europe PMC): 229 gesunde und 163 PSSM2-Quarter-Horses; P2/P3/P4 nicht mit PSSM2 assoziiert; die Tests würden 57 % gesunder Pferde fälschlich als krank einstufen und 40 % der Pferde mit histologischer PSSM2 übersehen.
- Ribeiro WP, Valberg SJ, Pagan JD, Gustavsson BE (2004): The effect of varying dietary starch and fat content on serum creatine kinase activity and substrate availability in equine polysaccharide storage myopathy. Journal of Veterinary Internal Medicine 18(6):887–894Abstract geprüft (PMID 15638274, Europe PMC): 4 Stuten Quarter-Horse-verwandter Rassen, 4×4-Lateinisches Quadrat, vier isokalorische Diäten mit 21,2 bis 3,9 % Stärke und 7,2 bis 12,7 % Fett an der verdaulichen Energie; CK-Aktivität nach Belastung auf der stärkeärmsten Diät am niedrigsten; Schlussfolgerung der Autoren: unter 5 % Stärke und über 12 % Fett an der verdaulichen Energie können Belastungsmyopathie verringern. Sehr kleine Tierzahl; keine Dosierung für Einzelpferde.
- Firshman AM, Valberg SJ, Bender JB, Finno CJ (2003): Epidemiologic characteristics and management of polysaccharide storage myopathy in Quarter Horses. American Journal of Veterinary Research 64(10):1319–1327Abstract geprüft (PMID 14596472, Europe PMC): retrospektive Halterbefragung zu 40 Quarter Horses mit PSSM und 37 Kontrollen; 40 % der Halter setzten Diät- und Bewegungsempfehlungen gemeinsam um, bei all diesen Pferden besserten sich die Anzeichen; ohne Besserung waren die Empfehlungen nicht umgesetzt worden. Befragungsdaten ohne Kontrollgruppe für die Intervention.
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): Gruber Tabelle zur PferdefütterungPraxis-Referenztabelle mit Bedarfs- und Futterwerten auf Basis der GfE-Empfehlungen; Grundlage vieler Rationsberechnungen im deutschsprachigen Raum. Kapitel 9.3, Tab. 39: häufigste Giftpflanzen für Pferde mit Standort, Toxizität und Risikostufe (nach Kamphues et al. 2014)
- Borgia L, Valberg S, McCue M, Watts K, Pagan J (2011): Glycaemic and insulinaemic responses to feeding hay with different non-structural carbohydrate content in control and polysaccharide storage myopathy-affected horses. Journal of Animal Physiology and Animal Nutrition 95(6):798–807Abstract geprüft (PMID 21198966, Europe PMC): Crossover mit 7 PSSM- und 5 Kontrollpferden, Heu mit 17 %, 10 % oder 4 % Nichtstrukturkohlenhydraten ohne Getreide; PSSM-Pferde mit deutlich höherer Glukose- und Insulinantwort auf das 17-%-Heu als auf das 4-%-Heu; Autoren werten die Insulinanstiege auf NSC-reiches Heu als möglicherweise nachteilig für PSSM-Pferde. Kleine Tierzahl, Kurzzeitmessung.
- Verein Futtermitteltest (VFT) e.V.: Neuerungen zum Mineralstoff- und Vitaminbedarf und zur Versorgung in der Pferdefütterung (Merkblatt MB 287)Zusammenfassung der GfE-2014-Änderungen; enthält den Mineralstoffbedarf je Arbeitsstufe (600 kg) nach Coenen/Vervuert 6. Aufl. und GfE 2014, die Schweiß-Elektrolytverluste (3,1 g Na und 5,5 g Cl je Liter) sowie die GfE-2014-Vitaminversorgung je Tag (600-kg-Warmblut: Vitamin E 610–1.220 mg Erhaltung, 1.220–2.420 mg Arbeit) und den Hinweis, dass Grundfutter v. a. nach längerer Lagerung nur geringe Vitamingehalte aufweist. Sekundärquelle; Primärwerke sind gesondert im Quellenverzeichnis hinterlegt.
- Finno CJ, Valberg SJ (2012): A Comparative Review of Vitamin E and Associated Equine Disorders. Journal of Veterinary Internal Medicine 26(6):1251–1266Peer-reviewte Übersichtsarbeit (PMID 22925200): Struktur, Absorption und Metabolismus von Vitamin E beim Pferd, höhere Bioverfügbarkeit der natürlichen (RRR-)Form, Antioxidans-Funktion bei Belastung, Notwendigkeit der Ergänzung bei weidearmer Haltung sowie die mit anhaltendem Vitamin-E-Mangel assoziierten neuromuskulären Erkrankungen (u. a. eNAD/EDM, EMND, Vitamin-E-abhängige Myopathie).
- Liburt NR (2026): Nutritional Diseases of Horses and Other Equids. Merck Veterinary ManualFachübersicht, Stand Februar 2026: Energieüberschuss, unspezifische Mangelzeichen und Risiken von Übersupplementierung; keine Grundlage für eine Ferndiagnose.
- Merck Veterinary Manual: Selenium Toxicosis in AnimalsTierärztliches Standardnachschlagewerk (Toxikologie): chronische Selenose/Alkali-Krankheit mit Haarausfall und -bruch an Mähne, Schweif und Nacken sowie Kronsaumschwellung, Ablösung der Hufwand und quer verlaufenden Hufrissen; Hinweis, dass die historisch dem Selen zugeschriebene neurologische Erkrankung „blind staggers“ eher eine Polioenzephalomalazie bei hoher Schwefelaufnahme ist. Die pferdespezifische akute Einzeldosis ist über die Primärstudie Miller und Williams (1940) belegt.
- Durchführungsverordnung (EU) 2020/2117Verlängerung der Zulassung von Selenhefe aus Saccharomyces cerevisiae CNCM I-3399 (Kennnummer 3b812) für alle Tierarten; Gesamt-Höchstgehalt Selen 0,50 mg/kg Alleinfutter (12 % Feuchte) und höchstens 0,2 mg/kg Zusatz an organischem Selen. Zulassungsende laut Anhang 06.01.2031. Weitere Selenquellen mit gleichem Gesamtwert: DVO (EU) 2019/49, 2019/804 und 2024/3168.