Dieser Artikel ist fachlich noch nicht freigegeben. Die Angaben beruhen auf den unten aufgeführten Quellen.
Salzleckstein, Mineral-Leckstein oder Mineralfutter: Was passt?
Wie du Salzquelle, Mineral-Leckstein und dosiertes Mineralfutter auseinanderhältst und ihre Beiträge zur gesamten Fütterung prüfst.

Die kurze Antwort
Entscheidend sind die enthaltenen Nährstoffe und die tatsächlich gefressene Menge. Ein Salzleckstein und ein Mineralfutter erfüllen nicht automatisch dieselbe Aufgabe. Die freiwillige Salzaufnahme unterscheidet sich zwischen Pferden; ein bereitgestellter Block ist deshalb kein Beleg für eine bestimmte Tageszufuhr 12.
Was unterscheidet die drei Angebote?
Beginne bei der Deklaration und nicht bei Farbe, Form oder Produktnamen. Zusammensetzung, analytische Bestandteile, deklarierte Zusatzstoffe und Verwendungshinweise geben unterschiedliche Informationen. Ein Ergänzungsfuttermittel ist für die Verwendung zusammen mit anderen Futtermitteln vorgesehen 3.
| Angebot | Worauf du schaust | Was offen bleiben kann |
|---|---|---|
| Salzquelle | Natrium/Chlorid und tatsächliche Aufnahme | Aufnahme des einzelnen Pferdes |
| Mineral-Leckstein | Nährstoffdeklaration plus Verbrauch | Verteilung in einer Pferdegruppe |
| Dosiertes Mineralfutter | Deklaration je kg und abgewogene Tagesmenge | Ob diese Menge zur Grundration passt |
Vergleichsfragen für deine Bestandsaufnahme; keine Bewertung eines konkreten Produkts.
Kann dein Pferd die benötigte Menge selbst auswählen?
Unterschiedliche Besuche am Salzblock sind in einer Untersuchung zur freiwilligen Salzaufnahme beschrieben. Daraus folgt keine Fähigkeit, über einen Mehrstoff-Leckstein jede einzelne Spurenelementlücke auszugleichen. Notiere den beobachteten Verbrauch, statt das bloße Angebot als feste Tagesdosis in die Rechnung zu übernehmen 1.
- Wiege den Block zu Beginn und Ende eines dokumentierten Zeitraums.
- Notiere, welche Pferde Zugang hatten und ob Material verloren ging.
- Kennzeichne die Aufnahme als unbekannt, wenn sie nicht dem einzelnen Pferd zugeordnet werden kann.
Wie berechnest du den Beitrag eines Mineralfutters?
Die Konzentration im Produkt ist nicht die Tageszufuhr. Ein frei gewähltes Rechenbeispiel: Bei 4.000 mg Zink je kg Futter und 50 g täglich werden 0,05 kg × 4.000 mg/kg = 200 mg Zink pro Tag zugeführt. Das ist weder eine reale Produktdeklaration noch eine Dosierungsempfehlung. Addiere anschließend die Beiträge der übrigen Ration; genau diese Gesamtschau ist für die Mineralbewertung nötig 2.
- Notiere die tägliche Menge in Gramm, nicht nur die Zahl der Messlöffel.
- Rechne jede deklarierte Konzentration mit der gleichen Mengeneinheit um.
- Prüfe Zusätze in Kraftfutter und anderen Ergänzungsprodukten ebenfalls.
Wann solltest du die Auswahl fachlich prüfen lassen?
Ein Mineralprodukt passt erst, wenn Grundfutter, Bedarf und alle Ergänzungen zusammen betrachtet wurden. Auch Überversorgung gehört in die Bewertung 4. Stelle bei Erkrankungen, unklaren Befunden oder mehreren parallel gefütterten Produkten die Bestandsaufnahme einer qualifizierten Beratung zur Verfügung, bevor du weitere Zusätze einsetzt.
Das kannst du mitnehmen
- Vergleiche Deklaration und Tagesaufnahme, nicht die Form des Angebots.
- Ein Leckstein in der Gruppe liefert ohne Zuordnung keine gemessene individuelle Futtermenge.
- Entscheide erst nach der Bestandsaufnahme der Gesamtration über eine Ergänzung 4.
Häufige Fragen
Ersetzt ein Mineral-Leckstein jedes Mineralfutter?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Erst Deklaration, tatsächliche Aufnahme und Nährstoffbeiträge der Gesamtration zeigen, ob eine Ergänzung benötigt wird 2.
Muss ich einen Salzleckstein als Mineralfutter erfassen?
Erfasse das tatsächliche Produkt und seine Deklaration. Natrium und Chlorid sind eigene Nährstoffe; sie stehen nicht stellvertretend für sämtliche Spurenelemente 4.
Was mache ich bei unbekanntem Verbrauch?
Markiere die Aufnahme als unbekannt. Eine Schätzung kann als solche dokumentiert werden, sollte aber keine vorgetäuschte gemessene Tagesdosis werden.
Braucht mein Pferd einen Salzleckstein?
Eine Salzquelle gehört zur Grundversorgung jedes Pferdes 5; ein Salzleckstein ist eine verbreitete Form. Wie viel ein Pferd daran aufnimmt, unterscheidet sich zwischen Pferden 1. Bei starkem Schwitzen gehen je Liter Schweiß rund 3,1 g Natrium verloren; dann lohnt es sich, die Salzzufuhr gezielt zu prüfen 2.
Quellen & Studien
Die Inhalte basieren auf den unten genannten Referenzen. Sie ersetzen keine individuelle tierärztliche oder fütterungsfachliche Beratung.
Quellenliste anzeigen (5)
- Salt preferences of horses for types of NaCl offered (2024). Research in Veterinary Science, DOI 10.1016/j.rvsc.2024.105224Primärarbeit zu Salzangebot und freiwilliger Aufnahme. Der geprüfte Online-Auszug zeigt individuelle Unterschiede bei Besuchen am Salzblock; keine Übertragung auf eine bedarfsdeckende Aufnahme sämtlicher Spurenelemente.
- Merck Veterinary Manual: Nutritional Requirements of Horses and Other EquidsWiedergabe der NRC-Empfehlungen: Wasserbedarf 5 Liter je 100 kg Körpermasse und Tag in Erhaltung, Schweißverluste rund 3,1 g Natrium, 5,3 g Chlorid und 1,6 g Kalium je Liter, Salzempfehlung 1,6–1,8 g je kg Futtertrockenmasse bei maximal 6 % der Ration; ab 50 % Raufutteranteil ist Kalium ausreichend gedeckt. Deckt außerdem den Selenbedarf ab (0,1 mg/kg Futtertrockenmasse bzw. mindestens 1 mg/Tag beim 500-kg-Pferd, Selen als Bestandteil der Glutathionperoxidase gemeinsam mit Vitamin E) sowie die starke standortabhängige Streuung des Grundfutter-Selens (Grasfutter im Mittel 0,194 ppm, Spanne 0–1,2 ppm); einzelne Regionen sind ausgeprägt selenarm und können Ergänzungsbedarf haben. Nennt zudem den Jodbedarf (0,35 mg/kg Futtertrockenmasse, hochtragende Stuten 0,4), die Jodvergiftung tragender Stuten schon ab rund 40 mg/Tag, dokumentierte Kropffälle bei Stuten und ihren Fohlen im Zusammenhang mit großen Mengen getrockneter Seealge (Kelp), dass jodiertes Salz den Bedarf leicht deckt und dass außer in stark jodarmen Regionen eine Jod-Ergänzung meist nicht nötig ist
- Verordnung (EG) Nr. 767/2009Inverkehrbringen und Verwendung von Futtermitteln, Kennzeichnung und Claims; Begriffe Alleinfuttermittel (Art. 3 Abs. 2 Buchst. i) und Ergänzungsfuttermittel (Buchst. j), Gehalt an Futtermittelzusatzstoffen (Art. 8), Fütterungshinweise (Anhang II Nr. 4). Link auf die aktuelle EUR-Lex-Konsolidierung (Stand 26.12.2018).
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): Gruber Tabelle zur PferdefütterungPraxis-Referenztabelle mit Bedarfs- und Futterwerten auf Basis der GfE-Empfehlungen; Grundlage vieler Rationsberechnungen im deutschsprachigen Raum. Kapitel 9.3, Tab. 39: häufigste Giftpflanzen für Pferde mit Standort, Toxizität und Risikostufe (nach Kamphues et al. 2014)
- Coenen M, Vervuert I (2020): Pferdefütterung. Begründet von H. Meyer. 6., aktualisierte Aufl., Georg Thieme Verlag, Stuttgart. ISBN 978-3-13-241778-6Standardreferenzwerk der Pferdeernährung im deutschsprachigen Raum; Tab. 4.17 Mineralstoffempfehlungen (Versorgungsempfehlung und Minimalbedarf), Tab. 4.18 abgeleitete Schweißmengen je Arbeitsstufe und Gewichtsklasse, Tab. 4.19 Elektrolyt-Leistungsbedarf je Schweißmenge (zusätzlich zum Erhaltungsbedarf)