Raufutter & Heuanalyse5 Min. Lesezeit
Redaktionelle Prüfung ausstehend

Dieser Artikel ist fachlich noch nicht freigegeben. Die Angaben beruhen auf den unten aufgeführten Quellen.

Haaranalyse beim Pferd: Was sie über Mineralstoffe aussagt

Was eine Haar- oder Haarmineralanalyse beim Pferd messen kann, warum sie den Mineralstatus laut Studienlage nicht abbildet und welche Werte für die Ration aussagekräftiger sind.

Gezeichnete Mähnensträhne in einem Probenbeutel neben einem Heuballen und einem Laborblatt mit Fragezeichen.
Erklärende Illustration · Equivora

Die kurze Antwort

Für die Mineralversorgung ist die Haaranalyse wenig aussagekräftig. In einer Studie mit 62 Pferden passten die Werte in Mähnenhaar und Leber für Zink, Selen, Mangan und Eisen nicht zusammen, für Kupfer nur schwach 1. Die Autoren halten die Methode zur Bestimmung des Mineralstatus im Feld nicht für gestützt. Aussagekräftiger für die Ration sind Heuanalyse und Rationsrechnung.

Was eine Haaranalyse misst

Bei einer Haar- oder Haarmineralanalyse wird eine Probe aus Mähne oder Schweif im Labor auf Elemente wie Zink, Kupfer, Selen oder Schwermetalle untersucht. Die Methode misst, was im Haar steckt. Offen ist, ob das etwas über die Versorgung des Körpers sagt.

Haar kommt mit Umgebung, Staub und Hautsekreten in Kontakt. Die Autoren der niederländischen Studie nennen Aufnahme und Auswaschung von Elementen aus der Umgebung sowie Vorgänge bei der Haarbildung als wahrscheinliche Ursachen für schwankende Werte 1.

Was die Studie zeigt

Untersucht wurden 62 Pferde mit gepaarten Proben aus Mähnenhaar und Leber, die Leber gilt als Speicherorgan für viele Spurenelemente 1.

ElementKorrelation
Kupferschwach (r = 0,27)
Zinkkeine
Selenkeine
Mangankeine
Eisenkeine
Bleikeine

Korrelation zwischen Haar- und Leberwerten in 62 gepaarten Proben; der schwache Kupferwert gilt als klinisch nicht nutzbar 1.

Und das Blut?

Auch Blutwerte helfen bei Spurenelementen nur begrenzt. Plasmazink war kein Indikator für den Zinkgehalt der Leber, und zwischen Plasma- und Leberkupfer besteht kein einfacher Zusammenhang 2. Welche Untersuchung bei einem Krankheitsverdacht sinnvoll ist, entscheidet die Tierarztpraxis.

Was für die Ration weiterhilft

Für die Fütterung ist die Frage nicht, was im Haar steckt, sondern was mit dem Futter ankommt. Eine Heuanalyse nach standardisierten Methoden liefert die Gehalte deines Grundfutters 3. Zusammen mit den Mengen aller Futtermittel lässt sich die Versorgung mit den Bedarfswerten vergleichen 45.

Ein Haarbefund ist deshalb kein Grund, Spurenelemente zu ergänzen. Gerade bei Selen sind Überschüsse riskant; ergänzt wird nur mit Laborwert.

Das kannst du mitnehmen

  • Haarwerte spiegelten in der Studie den Gehalt in der Leber nicht wider 1.
  • Auch Blutwerte sind für Zink und Kupfer nur begrenzt aussagekräftig 2.
  • Was ins Pferd kommt, zeigt die Analyse des Futters 3.
  • Bei Verdacht auf Mangel oder Vergiftung entscheidet die Tierarztpraxis über geeignete Untersuchungen.

Häufige Fragen

Ist eine Haaranalyse beim Pferd sinnvoll?

Um den Mineralstatus zu bestimmen, nach heutiger Studienlage nicht. In 62 gepaarten Haar- und Leberproben gab es nur für Kupfer eine signifikante, aber zu schwache Korrelation 1. Für Zink, Selen, Mangan und Eisen fehlte sie.

Zeigt die Haaranalyse eine Belastung mit Schwermetallen?

In derselben Studie korrelierte Blei im Haar nicht mit Blei in der Leber; Cadmium lag im Haar meist unter der Bestimmungsgrenze 1. Eine verlässliche Aussage zur Belastung ließ sich daraus nicht ableiten.

Was ist besser als eine Haaranalyse?

Für die Fütterung zählt, was das Pferd aufnimmt. Eine Heuanalyse liefert die Gehalte deines Grundfutters, die Rationsrechnung vergleicht sie mit dem Bedarf 43. Bei Krankheitsverdacht wählt die Tierarztpraxis passende Untersuchungen.

Quellen & Studien

Die Inhalte basieren auf den unten genannten Referenzen. Sie ersetzen keine individuelle tierärztliche oder fütterungsfachliche Beratung.

Quellenliste anzeigen (5)
  1. van der Merwe D, van den Wollenberg L, van Hees-Valkenborg J, de Haan T, van der Drift S, Vandendriessche V (2022): Evaluation of hair analysis for determination of trace mineral status and exposure to toxic heavy metals in horses in the Netherlands. Journal of Veterinary Diagnostic Investigation 34(6):1000–100562 gepaarte Haar- und Leberproben: keine signifikante Korrelation für Zink (r = −0,048; p = 0,71), für Kupfer nur schwach (r = 0,265; p = 0,037). Die Autoren sehen die Haaranalyse zur Bestimmung des Mineralstatus beim Pferd im Feld nicht gestützt
  2. Cymbaluk NF, Christensen DA (1986): Copper, Zinc and Manganese Concentrations in Equine Liver, Kidney and Plasma. Canadian Veterinary Journal 27(5):206–210Plasmazink war kein Indikator für den Lebergehalt; zwischen Plasma- und Leberkupfer besteht kein einfacher mathematischer Zusammenhang (125 Lebern, 81 Nieren)
  3. VDLUFA – Methodenbuch III (Futtermittel)Referenzmethoden landwirtschaftlicher Untersuchungslabore (LUFA) für die Analytik von Futter- und Raufuttermitteln
  4. GfE (2014) – Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von PferdenFachreferenz im deutschsprachigen Raum (Gesellschaft für Ernährungsphysiologie), Ausschuss für Bedarfsnormen
  5. NRC – Nutrient Requirements of Horses, 6th ed.Internationale Referenz für Nährstoffbedarfe von Pferden (National Research Council)