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Futterplan fürs Pferd erstellen: Inhalt, Beispiel, Vorlage

Ein guter Futterplan sagt, was dein Pferd wann und in welcher Menge bekommt. Was hineingehört, welche Orientierungswerte für Raufutter, Pausen und Stärke gelten und wie ein Beispielplan aussieht.

Gezeichnetes Blatt mit Tabellenraster und vier Uhrsymbolen in der ersten Spalte, daneben ein Heunetz und eine kleine Futterschale.
Erklärende Illustration · Equivora

Die kurze Antwort

Ein Futterplan legt für jedes Pferd fest, welches Futter es wann und in welcher Menge bekommt, möglichst in Kilogramm und Gramm. Grundlage ist das Raufutter: Als Untergrenze gelten 1,5 kg Trockensubstanz je 100 kg Körpergewicht und Tag, verteilt so, dass keine Fresspausen über sechs Stunden entstehen 1. Kraftfutter und Zusätze folgen erst danach.

Was ein Futterplan leisten soll

Ein Futterplan übersetzt die Ration in den Stallalltag. Er beantwortet drei Fragen: was, wie viel und wann. Damit ist er für alle nutzbar, die füttern, auch für Vertretungen im Urlaub oder wechselndes Stallpersonal.

Der Plan ist nur so gut wie die Mengen darin. Ob die Ration den Bedarf deckt, klärt eine Rationsberechnung; der Futterplan setzt das Ergebnis um 2.

Diese Angaben gehören hinein

  • Name des Pferdes, Box oder Paddock und Körpergewicht
  • Raufutter: Art, Menge in kg und Verteilung über den Tag
  • Weidezeit, falls vorhanden
  • Kraftfutter: Produkt, Menge in Gramm je Mahlzeit
  • Mineralfutter und Zusätze: Produkt, Gramm, Zeitpunkt
  • Wasser und Salzquelle
  • Gültig ab, Ansprechperson und Grund für die letzte Änderung

Orientierungswerte für die Planung

Für das Raufutter nennt die europäische Fachleitlinie eine Untergrenze von 1,5 kg Trockensubstanz je 100 kg Körpergewicht und Tag 1. Raufutter ist die Basis der Ration; Kraftfutter kommt nur hinzu, wenn der Bedarf es verlangt 34.

Zwischen den Raufuttergaben sollten keine Pausen über sechs Stunden entstehen. Längere Intervalle waren in einer Studie an 201 Pferden mit Befunden an der drüsenlosen Magenschleimhaut assoziiert 51. Für Kraftfutter empfiehlt die Leitlinie weniger als 1 g Stärke je kg Körpergewicht und Mahlzeit und weniger als 2 g je kg Körpergewicht und Tag 1.

Sauberes Wasser steht jederzeit zur Verfügung; im Erhaltungsbedarf liegt die Orientierung bei rund 5 Litern je 100 kg Körpergewicht und Tag, bei Wärme und Arbeit deutlich mehr 6.

Beispiel: Futterplan für ein Freizeitpferd

Das folgende Beispiel zeigt nur den Aufbau. Mengen und Produkte sind frei gewählt und keine Empfehlung für ein bestimmtes Pferd.

ZeitRaufutterKraftfutter und Zusätze
06:302,5 kg Heu–
11:302 kg Heu300 g Hafer, Mineralfutter laut Rechnung
16:302 kg Heu–
21:303,5 kg Heu im engen Netz, reicht bis morgens–

Beispielplan für ein gedachtes 500-kg-Pferd in leichter Arbeit; Heumenge über der Untergrenze, Kraftfutter klein gehalten.

Vorlage zum Abschreiben

Für den Stall reicht ein Blatt pro Pferd mit festen Spalten. Wichtig sind eindeutige Mengen statt „ein Becher“ und ein Datum, ab dem der Plan gilt.

FutterMengeUhrzeit und Hinweis
Heu… kgNetz, Raufe oder Boden
Kraftfutter… gNur wenn eingeplant
Mineralfutter… gTäglich zur selben Mahlzeit
Weitere Zusätze… gZweck notieren

Leere Vorlage; Spalten nach Bedarf ergänzen.

Wann du den Plan änderst

Eine neue Heucharge, Gewichtsveränderungen, mehr oder weniger Arbeit und der Wechsel zwischen Weide- und Stallsaison sind gute Anlässe für eine neue Rechnung. Änderungen am Futter solltest du schrittweise umsetzen 7 und im Plan mit Datum festhalten.

Das kannst du mitnehmen

  • Raufutter zuerst planen: mindestens 1,5 kg Trockensubstanz je 100 kg Körpergewicht 1.
  • Fresspausen über sechs Stunden vermeiden 15.
  • Stärke je Mahlzeit begrenzen, große Kraftfuttermengen aufteilen 1.
  • Alle Mengen in Gramm und mit Datum festhalten; bei Änderungen schrittweise umstellen 7.

Häufige Fragen

Wie viel Heu gehört in den Futterplan?

Als Untergrenze nennt die europäische Fachleitlinie 1,5 kg Raufutter-Trockensubstanz je 100 kg Körpergewicht und Tag 1. Für ein 500-kg-Pferd sind das 7,5 kg Trockensubstanz; bei Heu mit 88 % Trockensubstanz rund 8,5 kg Heu. Der tatsächliche Bedarf hängt von Arbeit, Körperzustand und Heuqualität ab.

Wie viele Mahlzeiten braucht ein Pferd?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist, dass zwischen den Raufuttergaben keine Pausen über sechs Stunden entstehen 15. Kraftfutter verteilst du so, dass je Mahlzeit weniger als 1 g Stärke je kg Körpergewicht anfällt 1.

Gehören Mineralfutter und Zusätze in den Futterplan?

Ja, mit Menge in Gramm und Zeitpunkt. Die Fütterungshinweise der Deklaration beziehen sich auf die Tagesmenge 8. Ob die Summe aller Zusätze zum Heu passt, zeigt eine Rationsberechnung.

Quellen & Studien

Die Inhalte basieren auf den unten genannten Referenzen. Sie ersetzen keine individuelle tierärztliche oder fütterungsfachliche Beratung.

Quellenliste anzeigen (8)
  1. Sykes BW, Hewetson M, Hepburn RJ, Luthersson N, Tamzali Y (2015): European College of Equine Internal Medicine Consensus Statement – Equine Gastric Ulcer Syndrome in Adult Horses. Journal of Veterinary Internal Medicine 29(5):1288–1299Europäische Fachleitlinie: Untergrenze 1,5 kg Raufutter-Trockensubstanz je 100 kg Körpergewicht und Tag, Fresspausen über 6 Stunden vermeiden, Stärke unter 2 g/kg KM/Tag und unter 1 g/kg KM/Mahlzeit; Gastroskopie als einzige verlässliche Diagnose am lebenden Pferd; Wirkdauer oraler Antazida ≤ 2 Stunden
  2. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): Gruber Tabelle zur PferdefütterungPraxis-Referenztabelle mit Bedarfs- und Futterwerten auf Basis der GfE-Empfehlungen; Grundlage vieler Rationsberechnungen im deutschsprachigen Raum. Kapitel 9.3, Tab. 39: häufigste Giftpflanzen für Pferde mit Standort, Toxizität und Risikostufe (nach Kamphues et al. 2014)
  3. GfE (2014) – Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von PferdenFachreferenz im deutschsprachigen Raum (Gesellschaft für Ernährungsphysiologie), Ausschuss für Bedarfsnormen
  4. Coenen M, Vervuert I (2020): Pferdefütterung. Begründet von H. Meyer. 6., aktualisierte Aufl., Georg Thieme Verlag, Stuttgart. ISBN 978-3-13-241778-6Standardreferenzwerk der Pferdeernährung im deutschsprachigen Raum; Tab. 4.17 Mineralstoffempfehlungen (Versorgungsempfehlung und Minimalbedarf), Tab. 4.18 abgeleitete Schweißmengen je Arbeitsstufe und Gewichtsklasse, Tab. 4.19 Elektrolyt-Leistungsbedarf je Schweißmenge (zusätzlich zum Erhaltungsbedarf)
  5. Luthersson N, Nielsen KH, Harris P, Parkin TDH (2009): Risk factors associated with equine gastric ulceration syndrome (EGUS) in 201 horses in Denmark. Equine Veterinary Journal 41(7):625–630Querschnittsstudie an 201 Pferden aus 23 dänischen Ställen. Signifikante Risikofaktoren: Stroh als einziges Raufutter, Stärkeaufnahme über 2 g/kg KM/Tag bzw. über 1 g/kg KM/Mahlzeit, fehlender Wasserzugang im Auslauf; für die drüsenlose Schleimhaut zusätzlich ein Fütterungsintervall über 6 Stunden. Assoziationen, keine Kausalnachweise
  6. Merck Veterinary Manual: Nutritional Requirements of Horses and Other EquidsWiedergabe der NRC-Empfehlungen: Wasserbedarf 5 Liter je 100 kg Körpermasse und Tag in Erhaltung, Schweißverluste rund 3,1 g Natrium, 5,3 g Chlorid und 1,6 g Kalium je Liter, Salzempfehlung 1,6–1,8 g je kg Futtertrockenmasse bei maximal 6 % der Ration; ab 50 % Raufutteranteil ist Kalium ausreichend gedeckt. Deckt außerdem den Selenbedarf ab (0,1 mg/kg Futtertrockenmasse bzw. mindestens 1 mg/Tag beim 500-kg-Pferd, Selen als Bestandteil der Glutathionperoxidase gemeinsam mit Vitamin E) sowie die starke standortabhängige Streuung des Grundfutter-Selens (Grasfutter im Mittel 0,194 ppm, Spanne 0–1,2 ppm); einzelne Regionen sind ausgeprägt selenarm und können Ergänzungsbedarf haben. Nennt zudem den Jodbedarf (0,35 mg/kg Futtertrockenmasse, hochtragende Stuten 0,4), die Jodvergiftung tragender Stuten schon ab rund 40 mg/Tag, dokumentierte Kropffälle bei Stuten und ihren Fohlen im Zusammenhang mit großen Mengen getrockneter Seealge (Kelp), dass jodiertes Salz den Bedarf leicht deckt und dass außer in stark jodarmen Regionen eine Jod-Ergänzung meist nicht nötig ist
  7. Liburt NR (2026): Feeding Practices in Horses and Other Equids. Merck Veterinary ManualFachübersicht, Stand Februar 2026: Raufutterbasis, Kraftfutter nach Bedarf, Kleie/Mash und Ca:P-Ausgleich, langsame Futterumstellung. Keine Wirksamkeitsstudie zu kommerziellen Mash-Produkten.
  8. Verordnung (EG) Nr. 767/2009Inverkehrbringen und Verwendung von Futtermitteln, Kennzeichnung und Claims; Begriffe Alleinfuttermittel (Art. 3 Abs. 2 Buchst. i) und Ergänzungsfuttermittel (Buchst. j), Gehalt an Futtermittelzusatzstoffen (Art. 8), Fütterungshinweise (Anhang II Nr. 4). Link auf die aktuelle EUR-Lex-Konsolidierung (Stand 26.12.2018).