Raufutter & Heuanalyse4 Min. Lesezeit
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Weidegras in der Ration berücksichtigen

Weidegras ist Grundfutter. Warum Weidezeit, Saison und Bestand die Ration sichtbar verändern – und weshalb mehrere Weidemonate wichtig sind.

Ein Pferd grast auf einer Wiese mit Gräsern und Klee; am Zaun liegen Heu und ein Futterprotokoll.
Erklärende Illustration · Equivora

Weidegras gehört zur Grundration: Bereits wenige Stunden Zugang können eine relevante Menge Trockensubstanz liefern. Die tatsächliche Aufnahme hängt aber nicht nur von der Dauer ab, sondern auch von Körpergewicht, Bestand, Saison und dem individuellen Fressverhalten 12.

Darum werden Weidemonate nicht als einzelner Stichtag, sondern als Zeitraum erfasst. Frischer Frühjahrsaufwuchs unterscheidet sich in Energie- und Proteingehalt deutlich von überständigem Sommer- oder Herbstgras; eine Ration bleibt deshalb immer eine saisonale Schätzung 34.

Was bei der Eingabe zählt

  • Alle Monate markieren, in denen regelmäßig Weidezugang besteht.
  • Die durchschnittlichen Stunden pro Tag realistisch angeben.
  • Den Bestandszustand beachten: abgefressene oder winterliche Flächen liefern kaum verwertbares Futter 4.
  • Eine Fressbremse reduziert die Aufnahme, ihr individueller Effekt ist aber zu unterschiedlich für einen pauschalen Rechenfaktor 56.

Quellen & Studien

Die Inhalte basieren auf den unten genannten Referenzen. Sie ersetzen keine individuelle tierärztliche oder fütterungsfachliche Beratung.

Quellenliste anzeigen (6)
  1. Glunk EC, Pratt-Phillips SE, Siciliano PD (2013): Effect of Restricted Pasture Access on Pasture Dry Matter Intake Rate, Dietary Energy Intake, and Fecal pH in Horses. Journal of Equine Veterinary ScienceMisst die Weidegras-Aufnahmerate bei 3, 6, 9 und 24 Std. Weidezugang: 1,96 / 1,52 / 1,12 / 0,57 g TS je kg Körpergewicht und Stunde (± 0,207). Pferde fressen bei knapper Zeit deutlich schneller – die Aufnahme steigt daher stark unterproportional zur Weidedauer
  2. GfE (2014) – Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von PferdenFachreferenz im deutschsprachigen Raum (Gesellschaft für Ernährungsphysiologie), Ausschuss für Bedarfsnormen
  3. Dowler LE, Siciliano PD, Pratt-Phillips SE, Poore M (2012): Determination of Pasture Dry Matter Intake Rates in Different Seasons and Their Application in Grazing Management. Journal of Equine Veterinary Science 32(2):85–92Saisonale Aufnahmeraten an acht Pferden (576 ± 32 kg) in North Carolina: Oktober 1,7 – Mai 1,1 – Februar 0,9 g TS/kg KM/Std. Die Rangfolge spiegelt dortige Warm-Season-Bestände und ist NICHT auf mitteleuropäisches Grünland übertragbar; hier dient sie nur als Beleg dafür, dass die Aufnahmerate saisonal schwankt
  4. Coenen M, Vervuert I (2020): Pferdefütterung. Begründet von H. Meyer. 6., aktualisierte Aufl., Georg Thieme Verlag, Stuttgart. ISBN 978-3-13-241778-6Standardreferenzwerk der Pferdeernährung im deutschsprachigen Raum; Tab. 4.17 Mineralstoffempfehlungen (Versorgungsempfehlung und Minimalbedarf), Tab. 4.18 abgeleitete Schweißmengen je Arbeitsstufe und Gewichtsklasse, Tab. 4.19 Elektrolyt-Leistungsbedarf je Schweißmenge (zusätzlich zum Erhaltungsbedarf)
  5. Longland AC, Barfoot C, Harris PA (2011): The effect of wearing a grazing muzzle vs not wearing a grazing muzzle on pasture dry matter intake by ponies. Journal of Equine Veterinary Science 31(5–6):282–283Fressbremse senkte die Weideaufnahme von Ponys bei 8–15 cm Aufwuchshöhe um rund 83 %; gemessen über wenige Stunden, ohne Erfassung der Tagesaufnahme oder des Gewichtsverlaufs
  6. Glunk EC, Sheaffer CC, Hathaway MR, Martinson KL (2014): Interaction of Grazing Muzzle Use and Grass Species on Forage Intake of Horses. Journal of Equine Veterinary Science 34(7):930–933Fressbremse senkte die Weideaufnahme bei 15–20 cm Aufwuchshöhe um im Mittel rund 30 % – deutlich weniger als bei Longland et al. (2011). Die Spanne zwischen beiden Studien ist zu groß für einen belastbaren Rechenfaktor